Karl Heinz Mai


Überblick

Lebensdaten

geboren 28. Februar 1920 in Leipzig - gestorben 09. Mai 1964 in Reinharz

 

Fotografisches Repertoire

Stadt- und Alltagsbilder, Portraits, Zeitzeugnisse vorwiegend von Leipzig, Reisebilder, Kriegstagebücher aus dem II. Weltkrieg.


Umfang des Bestandes:

etwa 25.000 Aufnahmen im Klein- und Mittelformat; überwiegend s/w, Diapositive 

 

Aufnahmetechnik

1938 Voigtländer Vito-Kleinbildkamera - 1953 AGFA-Billy-Compur (6x9)  - 1959 Contax F mit Wechseloptik (Spiegelreflex)



Vita

Besuch der Berufsschule für Kaufleute bis 1939, Einberufung zum Kriegsdienst, 1941 schwere Verwundung und Amputation beider Beine, Rückkehr nach Leipzig 1943, Zerstörung des elterlichen Wohnhauses bei einem Bombenangriff, bis Kriegsende Aufenthalt im Pfarrhaus in Niederwiesa, nach abermaliger Rückkehr nach Leipzig - zunächst ohne Auftrag - Beginn der fotografischen Dokumentation des Nachkriegsalltags in und um Leipzig, zur Fortbewegung diente ihm ein sogenannter "Selbstfahrer", ab Mitte der 1950er Jahre Auftragsarbeiten für das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege und das Leipziger Messeamt sowie für Zeitungen, Verlage und kirchliche Einrichtungen, bis zu seinem Tod 1964 Veröffentlichung von architektonischen und illustrativ verwendeten Aufnahmen in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Kalendern.



Portrait

Karl Heinz Mai ist bekannt geworden als der Leipziger Nachkriegsfotograf. In der Fotografie hatte der bei Kriegsende fünfundzwanzigjährige Invalide seine Möglichkeit gefunden, sich in seiner Umwelt zurechtzufinden und sich mit ihr auseinander zu setzen. Mit seiner dokumentarischen Fotografie schuf er ein Portrait seiner Stadt und ihrer Menschen in der Nachkriegszeit aus einer spezifischen Perspektive: Er fotografierte aus dem Rollstuhl heraus, viele seiner Bilder weisen eine Untersicht auf - sie war seine Handschrift. Über die Bedeutung seiner fotografischen Arbeit urteilte die Leipziger Galeristin Christine Rink anlässlich der großen Personalausstellung "Karl Heinz Mai - Die frühen Jahre" in der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst 1985: "Bei Karl Heinz Mai wird jedes Foto Dokument jener Zeit, sei es Porträt, Landschaft oder Stilleben. Bestechend durch ihre formale                   Konzentration und genaue Wirklichkeitsbeobachtung haben die Bilder eine suggestive Ausstrahlungskraft, die vergleichbar mit großen Vorbildern der Fotografie, wie Sander oder Ballhause, sind".

Der Schriftsteller Fritz Rudolf Fries "ergänzte" 1990:

"Man kann diese überraschende Sammlung von Fotografien gewiss eine Sensation nennen".



Widmung 

Diese Widmung fand ich in einem seiner vielen Foto-Tagebücher.

Vorangestellt im Album 3, dessen Bilder ich wie auch aus den anderen Alben der Kriegs- und Nachkriegszeit nie zu Lebzeiten meines Vaters gesehen hatte.

 

Sein Lebenswerk hat mich stets begleitet, ich werde es auch künftig publizieren und bin sehr dankbar für jegliche Unterstützung und Vernetzung.

 


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